Ins Göschenertal zum Ausgangspunkt der Hüttenwanderung fährt ein Postauto (Haltestelle Dammagletscher). Je nach Gusto und Sonnenstand wählt man die nördliche oder die südliche Route um den Göscheneralpsee für den Hin- und die andere für den Rückweg.
Unser Wandervorschlag führt zuerst aufwärts ins Hochmoor mit den wilden Hängen und Matten nördlich des Stausees. An dessen Ende quert man die Chelenreuss und folgt dem Weg am Fusse der Moosstöcke. Im Tal der Dammareuss angekommen, steht das steile letzte Stück hoch zur Dammahütte an. Es ist mit Steintreppen gut ausgebaut, dennoch ist Trittsicherheit Pflicht. Oben erwartet einen an spektakulärer Stelle die kleine aber schmucke Dammahütte. Geschützt vom Dammastock inmitten der Winterberg-Gruppe geniesst man Aussicht und Zwischenverpflegung besonders intensiv.
Gut gestärkt und erholt folgt der Abstieg bis zur Verzweigung am Dammaboden. Südseitig des Bergsees fällt der Weg sanft an den Hängen und Matten von Älpergen und Höhenberg ab. Zum Schluss darf der Gang über den imposanten Erddamm nicht fehlen.
Information
Die Dammahütte wird in der Sommersaison bewartet. Bitte Übernachtungen frühzeitig reservieren und aktuelle Informationen vor der Tour online prüfen.
Wanderroute
Auf swisstopo anzeigen
Daten:
swisstopo,
www.luzerner-wanderwege.ch
Daten:
swisstopo,
www.luzerner-wanderwege.ch
Göscheneralp
0:00
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Dammahütte SAC
3:10
3:10
End point
5:02
1:52
Wandervorschläge
Nr. _LU2024-WP2
Flühli LU, Hüttlenen
• LU
Rundwanderung der Gegensätze ab Flühli
Schon Tage vor der gemeinsamen Wanderung kündigt sich nasskaltes Wetter an. Wandern mit einer Kantonsrätin bei diesen Bedingungen? Freie Termine sind rar bei vielbeschäftigten Leuten wie Hella Schnider und so stellt sich diese Frage nicht. Andreas Lehmann, Geschäftsleiter und Technischer Leiter der Luzerner Wanderwege, trifft die bestens gelaunte Hella Schnider, Kantonsrätin und Gemeindepräsidentin von Flühli, in Flühli. Mit Hut und Regenkleidung ausgerüstet geht es los. Bekanntlich gibt es kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
Das an warmen Tagen vielbesuchte Chessiloch haben die beiden Wanderer an diesem Tag im Juni für sich alleine. Umso eindrücklicher sind die tosenden Wassermassen, die sich ins Tobel stürzen. Gerade für Familien ist der Besuch des Chessiloch mit dem Wasserfall und der Hängebrücke ein Highlight. Diverse Brätelstellen laden zum Verweilen und Geniessen ein. Danach geht’s steil bergauf zur Vorder Rüchi und in den Rüchiwald. Spätestens hier wird es auch an sonnigen Tagen ruhig. Der preisgekrönte Wald und die mystische Moorlandschaft sind fantastisch.
Fast entschuldigend erklärt Hella Schnider unterwegs, dass sie nicht sehr oft wandere. Sie sei neben ihrer Tätigkeit als Kantonsrätin und Gemeindepräsidentin von Flühli stark im landwirtschaftlichen Betrieb des Sohnes eingebunden. Weiter engagiert Sie sich in verschiedenen Organisationen: „Aber ich bin nicht der Typ fürs Rumsitzen.“ Das glauben wir ihr sofort.
Was mag die Kantonsrätin denn so an Flühli und der Region? Sie kommt ursprünglich aus Hamburg und liebt die Hansestadt. Aber leben könnte sie dort nicht mehr, meint sie. „Die Gegend rund um Flühli hat es mir angetan. Die Landschaft, die Menschen mit ihrer zurückhaltenden, direkten Art mag ich sehr. Das Einzige, was mir hier fehlt, ist ein See.“ Daran lässt sich kaum etwas ändern. Aber an anderen Dingen – denn um etwas zu verändern, müsse man in die Politik. Gemäss ihr hat der Kanton Luzern noch grosses Potential, das brachliegt.
Wer genügend Zeit mitbringt, kann einen Umweg zum Gipfel der Schwändeliflue machen, wo einen die wunderschöne Weitsicht belohnt. Für die beiden geht es aber weiter – es regnet immer noch wie aus Kübeln – zur Alp Guggene und zurück zum Ausgangspunkt. Diese Wanderung fasziniert aufgrund der Gegensätze. Die kraftvollen Wasserfälle, das mystische Moor, der entschleunigende Wald und die schönen Aussichten. All das an einem einzigen Tag.
Nr. LU2021-84
Eggen
• NW
Widderfeld Stock Rundtour
Zu dieser Tour hat LWW-Projektleiterin Ramona eine Kolumne verfasst. Sie erschien Ende Oktober 2021 im Anzeiger Michelsamt. Ein Auszug:
Dank den «Buiräbähnli» Mettlen-Rugisbalm-Eggen startet die Tour hoch, unweit des Storeggpasses. Hier treffen sich Nidwaldens und Obwaldens Kantonsgrenzen. Mich fasziniert die von Nord nach Süd verlaufende Bergkette. Heute folge ich dem geschwungenen Grat bis zum Gipfel. Also verlasse ich die offiziell markierten Wanderwege. Darf man das? Zumal als Mitarbeiterin der Wanderweg-Fachorganisation? Folgendes zu meiner «Entlastung»: 1. Bewege ich mich oberhalb der Waldgrenze und auf Wegspuren, die in offiziellen Karten bereits seit Jahrzehnten eingezeichnet sind (stöbern Sie bei Interesse durch die Kartenwerke «Zeitreise» von swisstopo). 2. Halte ich mich ausserhalb des Wildtierschutzgebietes Hutstock. 3. Kam der Tipp, zwar in anderem Zusammenhang, aber doch von meinem Chef.
Besagte Wegspuren sind vor allem zu Beginn so deutlich, dass man sich nicht versteigen kann. Sie führen zum ersten Highlight, dem «Chrachen». Eine rund 50 Höhenmeter lange, mit Seilen gesicherte Schlucht. Lässig und mystisch, dank vorbeiziehenden Wolkenfetzen. Aus dem Chrachen gekraxelt, erreiche ich eine üppig bewachsene Flanke, steiler werdend in Richtung felsigem Gipfelaufbau. Eben noch den weiteren Weg studiert, wird plötzlich alles weiss. Die Wolken liegen auf. Dank GPS und Handy navigiere ich entlang der Wegspuren, verliere sie trotzdem bald. Die Vegetation wird immer höher, ich bemerke den Flurnamen «Hohmad» und triefnasser, grauer Alpendost reicht mir bis zur Hüfte. Es sind zwar schöne lila Blüten aber die Hochstaudenflur wird ihrem Namen mit Stängeln bis zu 150 cm gerecht. Übrigens kennt man die Pflanze auch als Schieskraut oder (zur Recht?) Scheiskraut.
Ich laufe in einem Wasserbad, Gore-Tex-Schuhe hin oder her. Etwa 20 Minuten durchsteige ich die Hohmad mit Storchenschritten. Alsbald ich den felsigen Teil erreiche, lichten sich die Wolken. Die Sonne glitzert auf die Nordwand vor mir und verzückt das farbenfrohe Blütenmeer unter mir. Traumhaft und witzig, denn jetzt erspähe ich auch die ziemlich «kahle» Umgehung der Hohmad.
Der gut sichtbare Schlussaufstieg wird zur Kür. Das Gelände ist felsgrau und mutet alpin an, genauso wie ich es mag. Eine Querung führt über lockeres Geröll, um die steilste Stelle zu meiden. Vermutlich im Unterhalt zu aufwändig und deshalb aus dem offiziellen Wegnetz entfernt. Bald erspähe ich den gemauerten Steinturm mit Gipfelkreuz, das Ziel meiner abwechslungsreichen Erkundungstour. Vor dem inneren Auge lasse ich meinen Weg Revue passieren. Glücklich und geerdet – das ist mein Gipfelmoment. Ein paar tiefe Atemzüge, dann geniesse ich die fantastische 360-Grad-Aussicht, gefolgt von einem Foto an den Chef.
Für den Abstieg nehme ich den signalisierten, imposanten Bergwanderweg via Bocki, zwischen Hohliecht und Bockistock steil hinunter zum Lutersee. Von dort geht es nur noch sanft bergab, vorbei an der Hüethütte Fruttgaden sieht man bald schon die Bergstation Eggen.
Nr. LU1842
Göschenen
— Oberalppass
• UR
Göschenen - Oberalppass
Kaum vorzustellen, dass in Göschenen gegenüber des Bahnhofs ein Weg aufwärts führt! Wir finden aber einen schön angelegten Bergweg vor, von Tessiner Soldaten während des ersten Weltkriegs gebaut. Er führt auf den Gütsch mit seinen militärischen Anlagen, der zudem in neuerer Zeit mit Windkraftanlagen bestückt wurde. Auf dem Weg zum Oberalppass durchqueren wir eine wunderbare alpine Landschaft.
Nr. LU0021
Göschenen, Jäntelboden
— In den Feden
• UR
Die Energie des Wassers - Göscheneralpsee
Der 155 Meter hohe Erddamm fällt beim Ausstieg aus dem Postauto beim Jäntelboden sofort auf. Er wurde in den 1950er-Jahren gebaut. Das gestaute Wasser wird rund 700 Meter tiefer in Göschenen turbiniert und liefert pro Jahr Strom rund 90‘000 Haushalte. Der Weg steigt bis zum Berggasthaus Dammagletscher steil an. Nun wird der ganze See umrundet. Unterwegs blicken wir auf die eindrückliche Winterberg-Gruppe mit ihrem höchsten Gipfel, dem Dammastock. Abstecher in die Bergseehütte oder die Dammahütte sind möglich, benötigen aber nochmals einiges an Zeit. Zurück beim Berggasthaus fährt das Postauto zurück nach Göschenen.