Voller Einsatz in Entlebuch

Bericht Entlebucher Anzeiger

Entwässern, Brücken bauen und Tritte erneuern: Fünf freiwillige Helfer setzen während einer Woche den temporär verschwundenen Weg im Gebiet Riseten instand.

 

Wandervorschlag zum neuen Wegabschnitt

 

Von Weitem sind Motorsägen zu hören. Im Wald wird bereits frühmorgens gearbeitet. Im Gebiet Riseten ist es kühl und der Boden trotz sonnigen Wetters erstaunlich feucht. «Nicht wirklich eine Wüste hier», bringt Willi Trüb, Bezirksleiter des Vereins Luzerner Wanderwege, die Problematik auf den Punkt. Zu seinem Bezirk Finsterwald gehört auch jener Nordwesthang, wo ein Hangrutsch den traversierenden Wanderweg verschwinden liess. Die notwendige Umleitung führt über die Forststrasse – kein beliebter Untergrund für Wandernde.

Ortskundige benutzen die Route weiterhin, sodass mittlerweile ein gut sichtbarer Pfad ausgetreten ist. Eine sumpfige Angelegenheit. «Das Wasser muss abfliessen können», sagt Willi, packt seine Schaufel und legt los. Zum Entwässern werden in regelmässigen Abständen Rinnen gegraben. Nicht zu tief, nur der Schlick soll raus. Eine ganze Woche hat sich der pensionierte Ranger freigenommen, um den freiwilligen Arbeitseinsatz der Luzerner Wanderwege zu unterstützen.
Adrian Wüest, Projektleiter des neugegründeten Bautrupps, freut sich über die erzielten Ergebnisse im Entlebuch: «Dank wenigen, aber wichtigen Massnahmen kann der ursprüngliche Wanderweg bald wieder offiziell begangen werden. Die neuen Wegweiser sind bereits in Produktion.»


Oben: David mit vollem Einsatz. Unten: Projektleiter Adrian Wüest rüstet sich für den Einsatz mit der Motorsäge.


Eine Brücke in Handarbeit

An mehreren Stellen in Richtung Försterhütte klaffen grosse Löcher oder Gräben. Es braucht eine Brücke. Adrian und Willi verschwinden im Wald, finden ausgeforstete Stämme, starten die Motorsäge und rufen kurze Zeit später die drei weiteren Männer des Teams. Auf den Schultern werden die schweren Stämme knapp hundert Meter zu ihrem Bestimmungsort getragen. Thomas greift zum Hammer und befestigt die Hölzer. «Ich hatte zwar schon am ersten Abend Blasen an den Händen, aber dafür kann ich etwas bewirken und lerne die Gegend kennen», sagt der Informatiker aus Zürich. Er hat sich kurzerhand für die ganze Woche in Entlebuch einquartiert. Statt in den Computer, blinzelt der Hobby-Ornithologe nun in die am Horizont erscheinende Sonne und lauscht voller Freude dem Kuckuck-Konzert.

 

Bautrupp-Einsatz Entlebuch

Fotos: Ramona Fischer


Für Einheimische und Gäste

Schwere Schritte sind zu vernehmen. Es ist David, der eine Schubkarre mit Erde und Kies zur Abdeckung der Brücke hievt. Trotz guter Konstitution scheint er nicht unglücklich, dass zwei Fuhren ausreichen. «Am ersten Tag ist die Umstellung zum Büroalltag gross. Ich geniesse die Abwechslung und freue mich, Zeit mit ‚alten‘ Kollegen zu verbringen», so der Umweltingenieur und Verantwortliche für nachhaltige Energieversorgung bei der CKW. Sein Studium absolvierte David gemeinsam mit Adrian Wüest und Elias Vogler - der fünfte Helfer des Bautrupps. Voglers Name ist eng mit den Luzerner Wanderwegen verknüpft, arbeitete er doch während sieben Jahren für den Verein. Er kennt die vielen Wege, wo die Gemeinden Unterstützung beim Unterhalt benötigen: «Es ist eine Herzensangelegenheit für mich. Die Arbeit macht Spass und das Resultat kommt Einheimischen sowie Gästen zugute.» Willi schnappt die Bemerkung auf und ergänzt: «Im Wald kommen wir mit verschiedensten Menschen in Kontakt. Viele sind dankbar. Das ist schön.»

 

Text: Ramona Fischer


Der Bautrupp der Luzerner Wanderwege verpflegt sich regional durch die Unterstützung von Migros-Kulturprozent.