Unwetterschäden am Bürgenstock behoben

Im Sommer 2020 nahm sich der damals neu gegründete «Bautrupp Luzerner Wanderwege» dem Wanderweg auf der Nordseite des Bürgenstocks an. Er beginnt am Seeufer in Kehrsiten und liegt ab dem Naturwaldreservat bis zur Alp Untermatt und hoch zum Mattgrat auf Luzerner Boden. In einer Woche intensiver Handarbeit wurden nicht nur die 60 Haarnadelkurven des historischen Weges zur Bewirtschaftung der Untermatt saniert. Auch auf dem Verbindungsweg entlang des Seeufers hat der Bautrupp zahlreiche Rüfen ausgebessert und von Unwetterschäden befreit..

 

Wandervorschlag zum sanierten Wegabschnitt

 

Dass diese Arbeiten nicht abschliessend waren, ist klar. Bei jedem Gewitter kann sich Material lösen und abrutschen. Dennoch ist Adrian Wüest, Projektleiter der Luzerner Wanderwege, erfreut über den aktuellen Zustand. «In der Zwischenzeit haben die Rinder den Weg vom Mattgrat in die Untermatt zweimal passiert. Der Wanderweg hat den Spitzenbelastungen standgehalten.» So waren in diesem Bereich heuer nur wenige Massnahmen zur Instandhaltung der Haarnadelkurven nötig. Mehr Arbeit bescherte diesmal die Traverse unter den Felsen etwa auf Höhe Hammetschwandlift bis Känzeli. In dieser steilen Nordflanke gibt es natürlicherweise immer wieder kleine Murgänge. Die Rüfen sind gefüllt mit Geröll und Totholz. Manche nur noch schwer passierbar.

Oben: Projektleiter Adrian Wüest zeigt, wie hoch der Wanderweg verschüttet war. Unten: Ein vom Bautrupp sanierter Wegabschnitt.


Fingerspitzengefühl gefragt

«Auf Fotos kann man die Steilheit nicht einschätzen. Erst wenn man unter diesen Felsen steht, wird einem bewusst, was hier bei starken Gewittern ungebremst runterpoltern kann», sagt Andreas. Er arbeitet regelmässig freiwillig im Bautrupp mit und weiss, dass die Räumung viel Aufwand bedeutet. Denn hier kommen weder Maschinen zum Einsatz, noch kann man bequem per Auto an den Einsatzort fahren. Schaufel, Pickel und weiteres Handwerkzeug werden ab Kehrsiten zu Fuss transportiert. Znüni und Zmittag aus dem Rucksack gibt's direkt am Wanderweg.

Zusammen mit den vier weiteren Freiwilligen trägt Andreas Schaufel um Schaufel des Schuttkegels über dem Wanderweg ab. «Das Ganze braucht viel Fingerspitzengefühl», sagt Adrian Wüest und gibt Anweisungen, wie und wo der Wanderweg zu liegen kommt. «Bei jedem dieser Geländezüge soll ein ebener, gut begehbarer Weg entstehen, ohne dass zu viel Material entfernt wird. Zudem muss der Weg mindestens ein Jahr halten, bis sich das Bautrupp-Team wieder um den Unterhalt kümmert.» Der Projektleiter zeigt sich nach den zwei Jahren intensiven Arbeitens zufrieden mit dem Ergebnis. Der wildromantische Weg sei nun bereit für die Wandersaison. Adrians Tipp für schöne Wander- und Naturerlebnisse am Bürgenstock in Kombination mit einer Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee finden Sie im Wandervorschlag am Seitenanfang.

 

Text: Ramona Fischer


Bautrupp Bürgenstock 2021