Die neue Idylle am Kreuel

Der Bautrupp des Vereins Luzerner Wanderwege setzt während einer Woche den Wanderweg im Gebiet Schlund bis Kreuel in Kriens instand. Dank freiwilligen Helferinnen und Helfern wandert man nun abseits der Asphaltstrasse auf idyllischem Pfad, über schöne Stufen und Brücken Richtung Pilatus.

 

Wandervorschlag zum sanierten Wegabschnitt

 

Krienserinnen und Kriensern dürfte der «Kreuel» am Schattenberg ein Begriff sein. Er liegt am Wanderweg zwischen Horw und der Krienseregg (Pilatus) sowie an der beliebten Verbindung ins Eigenthal. Adrian Wüest, Initiant des freiwilligen Bautrupps, kennt den Abschnitt besonders gut. Nur anderthalb Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Einsatzgebiet und dem Schloss Schauensee, wo Adrian aufgewachsen ist. «Hier führte früher meine Joggingrunde vorbei. In den letzten Jahren hat sich der Wegzustand stark verschlechtert. Das Trassee ist ausgeschwemmt, gezeichnet von Bikespuren und durch lose Brocken aus alten Fundationsschichten unangenehm zu begehen. Auf Brust- und Augenhöhe versperren wuchernde Brombeeren, Stechpalmen und Weiden die Sicht», erklärt der Krienser Projektleiter die Ausgangslage.

 

Oben: Wegsanierung am Kreuel in Handarbeit. Unten: Projektleiter Adrian Wüest (rechts) und Armin beim Stufenbau.


Naturweg statt Asphalt

Viele Wandernde wählten deshalb vermutlich lieber die Asphaltstrasse als den idyllischen Naturweg entlang des Bächleins. Den Beweis liefern an jenem Dienstagmorgen gleich drei Personen im Abstand von wenigen Minuten. Sie gehen bewusst oder unbewusst auf Hartbelag, direkt auf der anderen Seite der Hecke. Geräusche von Pickel, Schaufel und Schlegel machen sie auf die Arbeiten aufmerksam und entlocken ihnen anerkennende Worte für die schönen Resultate.

Ein herzliches Dankeschön gab es auch seitens der Stadt Kriens. Hans Fankhauser, Leiter des Werkunterhaltes, unterstützte die Planung im Vorfeld und überzeugte sich persönlich von der Umsetzung vor Ort: «Das Projekt sehe ich als echte Entlastung für uns. Sehr wertvoll ist, wenn wir während den Arbeiten nicht dabeistehen müssen, sondern diese vom Bautrupp selbständig erledigt werden.» Gesagt, getan. Stolz zeigt Adrian die neue Holzbrücke, welche alte Holzbalken – teils vermodert und überspült – ersetzt. Hervorstehende Eisenstangen wurden entfernt und entsorgt. Stattdessen führen neue Holztritte aus der Hecke, flankiert von einem Entwässerungsgraben. Bis Ende Woche präpariert das fünfköpfige Team den kompletten Weg bis hinunter in den Schlund.

 

Bautrupp-Einsatz Kriens

Fotos: Ramona Fischer


Die gute Sache motiviert

Mit geübten Bewegungen eines leidenschaftlichen Heimwerkers spaltet Werner Rundhölzer, trägt sie zu Waltraud und Armin, welche abwechslungsweise ‘vorlochen’ und Pflöcke eingeschlagen. Sie beide sind bereits zum zweiten beziehungsweise dritten Mal für den Bautrupp im Einsatz und zeigen keinerlei Berührungsängste mit dem Werkzeug. Nur für den Abschluss hilft Adrian da und dort mit kräftigen Schlägen ehe die Trittflächen planiert und auf die komfortable Begehbarkeit geprüft werden. Der Tenor im Team ist einstimmig: «Die Arbeiten sind sehr vielseitig. Es ist befriedigend, sich als Pensionär für eine gute Sache einzusetzen. So lange und so intensiv wie man eben kann», meint Armin. Auch Waltraud schätzt die interessanten Herausforderungen: «Man lernt jedes Mal etwas dazu. Immer ‘nur’ wandern ist mit der Zeit eintönig. Ich mache mich gerne nützlich.»

Naherholungsgebiet aufgewertet

Etwas weiter oben ist Fredy mit der Säge und Astschere zu werke. Er verbreitert und ‘entbuscht’ die Wegführung flink und fachmännisch. Man sieht sofort, dass der ehemalige Lastwagenmechaniker und Bauernsohn Handarbeit gewohnt ist. «Dennoch spüre ich bereits den ersten Muskelkater», gibt er schmunzelnd zu, während er Zweige und Geäst ins Unterholz befördert.

Das Ziel, den Weg im beliebten Naherholungsgebiet zu befestigen, resistenter gegen äussere Einflüsse zu machen und aufzuwerten, ist laut Adrian Wüest erreicht: «Bezirksleiter Seppi Bucheli ergänzt noch die Signalisation, damit der Einstieg besser gefunden wird. Anwohnerinnen und Anwohner, aber auch Schulklassen vom Spitz oder Ausflügler profitieren nun von der neuen Idylle am Kreuel.»


Text: Ramona Fischer


Der Bautrupp der Luzerner Wanderwege verpflegt sich regional durch die Unterstützung von Migros-Kulturprozent.